Freitag, 21. März 2008

Auswärtsspiel und zurück: Meran-München-Berlin-München

ampelspiegelung

Tach.
So. Ich war da und dort und nun bin ich zurück und nichts hat sich geändert.
Aus der Kellerdiskothek in Meran dank Stromausfalls rechtzeitig nach Haus (3:00 am) und ab in den Bus (4:20 am). Meine Sitznachbarin tat mir zwar leid, aber ich schlief mit einer einzigen Unterbrechung von Meran nach München durch. Selten so schnell und komfortabel gereist.

brudermuehl

München zeigte sich bei bester Sonnigkeit und der Abend wartete mit einer Feier der Superlative in meiner ehemaligen WG auf. Sie haben eindeutig bewiesen, dass in diesen Mauern auch heute noch feinste Feste steigen können. Aber rein visuell zeigen wir lieber München auf dem Hinweg:

kirchebeinacht

Am Montag ging es dann auch schon weiter.
Bär Lin!
Vorstellungsgespräch in Potsdam und genügend Zeit um wieder ein wenig einzutauchen in die Stadt des Hauptes. Zuviele Bilder wollten gemacht werden. Wie ich die jetzt unterbringe, das ist mir noch nicht ganz klar. Klare Sicht hat auf jeden Fall das erste Bild:

kameras

Und das zweite verlangts zwar, aber ob das was bringt, das steht auf allen anderen Fenstern fett durchgestrichen.

S-7-Potsdam

Naja. Alles halb so wild: Seit man Bilder umschneiden äh.. ich meine rändern, ändern kann, seitdem ist das doch alles ganz einfach. Ich hätt dann gern den Strich von Miro ohne Strich, danke.

Aenderungsmalerei

Mit dem Nichts hatte auch Putenquark zu kämpfen. Wir zogen bei Sonnenschein und kühler Brise durch Mitte und siehe: Selbst wenn wir schreiben: Es gibt nichts zu lesen.

marius

Also weg mit dem ganzen Datenmüll und den vollgekritzelten Messibüchern, autsch! Tagebücher, Poetenbücher, Kritzelbücher. Diese modernden Hoffnungen auf absolute Berühmtheit. Hoffen auf den Tag wo ein junger Literaturwissenschaftsstudent nichts besseres zu tun hat, als abzugleichen ob die gedruckte Endversion mit der ersten Kritzelei im Notizblock 375 noch was zu tun hat und sich bei jeder Diskrepanz wie ein Tofuschnitzel freut.
Also Mut zum Wegschmeissen, denn selbst das macht in Berlin Spaß. Nein. Poesie.

Corpus-delicti

Aber so, wie irgendwann immer Nacht wird und irgendwie alles ein Ende hat, so war es dann auch mit diesen Auswärtsspielereien.
Eins zu zwei. Meran gibt sich rein Partytechnisch München geschlagen, wenngleich es ein höchst aufregendes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten war.
Drei zu eins. Berlin fegt rein Graffititechnisch und im Sinne der Poesie des Alltags München ganz einfach vom Platz, aber wie Bild Nummer zwei von der Brudermühlbrücke zeigt: Alles ist noch nicht verloren, Potenz und Lineal sind da.

Berlin-bei-Nacht

Zurück. Hoch Zeit! Ich gratuliere auf diesem Weg noch einmal. Die jenigen welchen glücklichen, sie wissen schon. Es war ein nettes Fest. Aber beim Schäuble in Ehren, zeigen tu ich selbst derart gediegene Veranstaltungen nicht, denn heutzutage will ja jeder einen Balken vors Gesicht und eine Entstellung drum herum, wenn man Frau oder andere ins Netz stellen will. Daher bloß ein Detail:

zigarette

Und ein Vorschlag, was man mit Feuer viel besser machen kann, als sich hustreizende Glimmstengel anzuzünden.

firefroese

Dunkelschreiben
Zeilenreiben
Bücher klappen
und geschlossenäugig durch
mondende Landschaften
lenken

Fühlen statt denken


dAn 170308 MUC-Berlin

Donnerstag, 13. März 2008

Auswärtsspiel: Dort wo ich herkomm

Hei! Ma! T!

roetelspitz

Hier windets und es sonnt sich Pflanze, Tier und Mensch während der Wind zerzaust. Frühlingserwachen in allen Ecken: Fellbüschel verliebter Katzen, Knospen, Blüten und zarte Blätter. Man möchte meinen, man müsste auch zu blühen beginnen, aber nein, warten wir, der Bauernkalender, er lässt noch eine Kälte vermuten, die gerade kaum denkbar ist.
Eigentlich schade, denn wenn wir ganz ehrlich sind, dann ist so ein Blühen eine höchst erotische Sache...

bluete

Keine erotische, aber in diesem Fall eine sehr angenehme Sache sind Fensterscheiben. Nachdem ich zuvor vergeblich sich-im-Fenster-spiegelnde-Berggipfel fotografieren wollte, hatte ich die zerfurchende Mehrglasigkeit bereits verdammt, als ich bei einer kleinen Hütte, die ich vor vielen Jahren mit Großvater gebaut und mit Schindeln bedeckt hatte, etwas entdeckte, das ich sonst so nicht fotografieren hätte können. Hier störten die Luftblasen, die Wassertropfen und die Kinderfinger-Handmalfarben, aber nicht sosehr, dass es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre. Zum Dank entließ ich die Fotografierte daraufhin in die windige Freiheit.

Hinterglas

Rage du vivre

Im hämmernden Pochen eines klaustrophobischen Herzens
gegen die zartbesaiteten Wände deines
alternden Seins
bleibt die Zeit eingekerkert und rast
in Sandeseile durch das Nadelöhr
Kamele weiden im Kolosseum
von Löwen und Schlachtschiffen träumend
während den touristischen Fotoapparaten gereicht wird:
Brot und Wasser
Der Wein wird aufgespart
denn es heißt
dass eines Sommers
wenn der Asphalt wieder Dosen schluckt
das Zeitalter der Poeten
unter
Mopedgedröhn, Polizeisirenen und dem Unterführungsgestöhn der
goldenen Schüsse
anbrechen soll und die erfrischende Wirkung
wie gut geschüttelter Prosecco
über den antiken Körper von Roma
sprudeln wird
Ja so heißt es
Keine Paarreime und keine exakten endecasillabi
nein ein Sprudel wird es sein
Keiner wird darauf bereitet sein
auch du nicht vor
Nur irgendein französischer Kritiker wird mit näselnder Stimme reden
von der rage du vivre
während ein Nero seine Schriften verbrennt und schlichtweg betont
So’ proprio figo
Das und viel mehr
eingefangen
im klaustrophobischen Pochen deines furchenden Herzens
Wenn das bloß nicht zuviel wird
früher oder später
Aber froh sein kannst du
eigentlich
dass es Roma ist –
denn bei Napoli wartet Vesuv

Kugelperspektive_rot

Ach und wers gern politisch und englisch leicht blutig hat: Neugedichtet auf http://time4dan.blogspot.com/

Samstag, 8. März 2008

Auswärtsspiel: Dort wo andere Urlaub machen

Dort wo andere Urlaub machen, da komm ich her und da bin ich hin, um nach 27 Jahren auf die selbe Erde zu treten, den selben Geruch von frischer Erde und erstem Frühling zu riechen.
Zurück zu Wurzeln im gegenständlichen Sinn. Aber sagen wir das doch besser so:

knospe

Mit dem abendlichen
Geruch von Heimat
in mittelalterlicher Nase
war das Rauchen ein Genuss
Noch glänzte das Schloss
auf dem Hügel am linken Hang
des Talkessels zu Meran
im Feuerschein
und all das dunkelnde Getier
war aus seinen Löchern gekrochen
Das sanfte Lüftchen erzählte
von feuchter Erde und
Holz im ersten Frühling
Hauch der grünen Knospen
im Sonnenschein brechend
all hochgereckt
in das unendlich
greifbare Blau
Doch nun lag das sterndeckerne
Dunkel der Nacht
in Stille
rhythmisch gebrochen
vom Atemgeknister
über Stadt Land und Haupt
Der Fluss schob sich
tropfenverloren gen Venedig
und auch dem Wind
war keine Bleibe
Er aber suchte Ruhe
und feucht glänzten die Lippen
der Versuchung
im warmen Streu
der einfachen Stätte

dAn 2104060308 Algund

schlundenstein

Zu Mittelalter: Der famose Brückenkopf zu Algund, wie alt ist er wirklich? Und wie kommt man dazu, einen alten Römerweg aus feinstens gelegten Steinen zu zerstören und grobes Handwerk des einundzwanzigsten Jahrhundert drüber zu legen? Ja ist denn all unsere Geschichte nur eine Müllablagerung, solange sie nicht in die richtige Propapopapopaganda passt?

muellablagern

Zu Frühling: Es knospt und blüht, aber irgendwie scheint es, als sei es eines dieser langsamen und gequälten Aufwachen... jenes Aufwachen, das eigentlich schon vorbei ist, das Aufstehen aber noch lang nicht... wenn man sich schon dreimal im Bett rumgewälzt hat. Der Frühling erwacht dieses Jahr nicht schlagartig und mit voller Kraft, sondern eben anders und so. Ein Kreuz ist das, mit dieser Klimaveränderung.
Nur der am Kreuz hängt WInter wie Sommer wie Herbst und auch jetzt schön brav draussen und bleibt Blitzableiter.

kreuz

Desweiteren wenig Neuigkeiten: Die Welt ist weiter rundlich und auch die Sonne nimmt noch nicht ab. Beide sind bei den Gewichtwachern (ich verzichte hier auf den Originalnamen, Geld krieg ich im Gegensatz zu manchen Moderatorinnen ja auch keins) und sagen, dass sie sich nicht mehr so toll fühlen. Fotografiert man auf die selbe Weise, wenngleich gespiegelt, so machen die Dimensionen neuen Sinn und das Gewicht wird einerlei.

Kugelperspektive

Ich gehe. Die Worte bleiben.
Wir senden Bergluft aus Südtirol.

Montag, 3. März 2008

Mooootag

Eine Text über Montale und Celan haben meine lyrische Ader wieder mal zum Lass(en) verurteilt... das könnten englisch parkende Bänke zwar an und für sich auch, aber mein gemeinsamer Weg ist heute nicht derjenige welchen die noch Unbekannten mit den Gravuren gehen. Es geht aber dennoch um den Versuch sich einzugravieren. Nein, nicht um das poetische Anschreiben gegen den Tod und das Vergessen. Es drehen sich Andere.

Bildetiketten

Herrscher sein


dAn 2340020308 Forstenried


Herrscher sein
über eine Insel bloß
so dacht er sich
als das erste Sonnenlicht
vom Badezimmerspiegel wich
und das hässliche Fahlblau
der Neonröhre
ein verwischtes Gesicht
in den halbblinden Spiegel brannte


Herrscher sein
über einen Hund bloß
so sagte er sich
als er die Nase an die beschlagene
Scheibe der Tierhandlung strich
und sogleich von Wächtern weggewischt
durch den letzten Winter schritt


Herrscher sein
über ein Gefährt allein
sprach er zu sich
und trat vor rollend Rollstuhl voll Anerkennung im Gesicht
zur Seite
bloß um seinen Fuß in Kot zu wissen
bei grellspatzend Sonnenlicht


Herrscher sein
über mich allein
so fluchte er
und der Horizont hinter Städtchenklein
begann sich zu biegen – wurd schwer
Ja aus den Legebatterien – dem Menschenmeer
flogen fahlblaue Eier mal hin mal her


Herrscher sein
über mich allein
juchzte er freudenspuckend
in den Tag hinein
so ganz allein
mein


Herrscher sein!
Und die Welt hatte nichts mehr zu sagen
sie ließ es also Abend werden
bis die Sterne es dann wagten
ganz stumm
zu blinken
von jenem irrig Herrscher sein
für sich allein

Die Reissende in Brav und Grau

Und nun ganz Anders: Schon seit Jahren versuche ich möglichst keine T-Shirts mit großen Labels mehr zu kaufen. Jaja, das war nicht immer so, auch ich war mal Werbetafel für Chiemsee und Konsorten. Doch seit einiger Zeit schon ganz und gar nicht mehr. Mir ist da dann der selbstgestrickte Pulli lieber, und das, obwohl ich keinen einzigen hab. Das Unbehagen erwuchs aus einer verdrehten ökonomischen Verbindung. Der Konsu Ment bezahlt ein Produkt teurer als nötig, weil der Herr Steller sich ein besonders großes Logo seines Namens ausgedacht hat. Nein, da spiel ich nicht mehr mit, da müssen die Herren Steller mich schon bezahlen und nicht ich ihren Helikopter. Stattdessen hab ich lieber Eigenwerbung aufm Arsch. Vielleicht zu klein im Bild und nicht ganz leicht lesbar aber den Lesern von MINGA IS A CITY sowieso schon klar: danwillschreiben.de

Partyfotografen, so ist es richtig, immer schön von hinten!

Tja, und dass dieses Eigenwerben schon schnelle Früchte trug, das wurde mir heute zugesandt und hiermit auch hierherverbannt. Unbekannterweise danke ich dem Fotografen (nickname "SelfishPrick"??!) von eraffe München für die Ablichtung auf dem wundervoll rauschenden Fest im Haus 45 im amerikanischen Stützpunkt... äh, ehemaligen... oder warten wir kurz und sagen zukünftig/wieder errichtet? His Tory reaps itself.

ubahnradln

Alle weiteren Fotos wie immer von und selten mit mir.

Samstag, 1. März 2008

Eintrag ohne Recht

Samstag abend zu Hause. Dies ist das einzige, was diesen Eintrag rechtfertigt. Wir haben Bilder und wir haben vielleicht auch Geschichten. Die Bilder: Ein Fernseher auf Münchner Boden. Zugegeben, ein besonderer. Das erste Frühlingserwachen nach einem imaginierten Winter, just an dem Tag, an dem Emma uns davonblasen wollte. Hat sie nicht geschafft, und auf den Bildern sieht es wie ein prächtiger blauweißer Bayerntag aus. Weil morgen gewählt wird: Das Münchner Kindl. Oder ist es das etwa gar nicht? Egal. Suchen wir die Lücke und schließen wir sie mit Mark und einem T-Stück!

kieselbach

Die Geschichten: Ich habe mir heute meine online Präsenz zu Gemüte geführt und möchte auf zwei Texte auf der Jetzt.de Seite verweisen. Nach längerer Zeit neu gelesen fand ich sie nach wie vor passend. Aber hier bei MINGA IS A CITY natürlich etwas tippfrisches in einer etwas dunklen Tinte verfasst.

fernseher


Aufgebrochen kleines du mit dem dünnen Regenmäntelchen in froschgrün


1925290208 Forstenried


Aufgebrochen Kleines
der Fluten Reißen hast du nicht bedacht
den Zug der Tiefe hast bloß du belacht
Aufgebrochen
kleines du
liegst nun einsam und verlassen
auf dem thronend grauen Felsen
um dir tosend schwarzen Massen
und kein Held kann dir noch helfen
Kein Klaus der Fisch
der dich aus Tiefen zieht
wie golden glänzend Ring
auf windig Sonnenschein
Kein Walbein
und auch keine Tiefseewesen
die dich rauschend ziehend riefen
Bloß dies ölig schäumend Wasser
und Gestank vom bittren Ende
in der feuchten Hundenacht
Diesem kriechend kalten Dunkel
in dem kein Zug zum Atmen bleibt

Von strotzend rostig Brücke
bist gesprungen
aufgebrochen
Kleines
du

fruehlingserwachen

Ums Haus heult Emma oder wie auch immer das Lüftchen heute heißen mag. Fahrradfahren ist bei diesem Wetter eine anstrengende Angelegenheit. Dennoch hat sich die heutige Münchenfahrt gelohnt. Frühlingserwachen am Boden und ein Stück Poesie in der Namensgebung eines kleinen Lokals. Einer Eckkneipe mit echtem Namen, einem Stück abgekapselter Welt, die mit einem geschäftigen Grinsen das städtische Treiben kommentiert.

marktluecke

Ist eine Kneipe bloß eine Marktlücke? Könnte es sein, dass wir uns manchmal auf diesem Tiefpunkt menschlicher Hörigkeit einfinden und die uns liebsten Freizeitbeschäftigungen mit Preisschildchen versehen? Dass wir zu grauen Männern werden und die Blume der Zeit in unserer Hetze nach Wirtschaftlichkeit schön langsam welken lassen? Nokia dankt und alle anderen ebenso.

kindl

Bleibt zum Schutz das naive Münchner Kindl mit dem Stinkefinger im Schatten und die Ansage, dass morgen gewählt wird. Und zwar die Farben der demokratischen Hoffnung.

Montag, 25. Februar 2008

AUSWÄRTSSPIEL

Ast

Erstes Auswärtsspiel. 0:0 für Berlin?

Autobahnschild-Berlin

Das bedeutete Freitag früh mit dem italienischen Dichter und Denker Federico Italiano München zu verlassen. Minga is now just another dot on any map.

Federico-Italiano

Schnurrende Fahrt auf der berühmten teutschen Autobahn mit einer Stelle aus Zé do Rocks fom WInde ferfeelt im Kopf. Da ich sie nicht finde und ultradoitsch eine harte Sprache ist , hier der Versuch zu erinnern. Japaner steigen ins Taxi des Schreibenden ein (von irgendwas müssen Autoren schließlich leben) und verlangen Autobahn. Als dann irgendwann geklärt war, dass es egal sei welche Autobahn, wurde ein paar Stunden lang Gas gegeben. So schnell dein Wagen kann. Das gefällt manchen anscheinend besser als die städtischen Lustzonen. Wir fuhren stattdessen schön ökologisch und ökonomisch, und es bleibt die Frage, was dir Geschwindigkeit wert ist.

Berlin

In der Berliner Staatsbibliothek ereilte mich kurz nach Ankunft ein äußerst positives und nettes inoffizielles Vorstellungsgespräch. An der Potsdamer Universität wird in den Augen karibischer Insulaner äußerst interessantes erforscht. Und vielleicht... man weiß es noch nicht.
Berlin hat auf jeden Fall gut getan. Zum ersten mal, dass ich die deutsche Hauptstadt besuche, nachdem ich die mexikanische kennengelernt habe... und wie bei allen Metropolen: sie ist überschaubar im Verhältnis, auch wenn der Potsdamer Platz mit Blüten der postmodernen Welt aufwartete, die vielleicht eher im phantastischen Roman vermutet werden. Schlittenhunde, die auf die Kreuzung zulaufen sollen... ist das nicht tierlieb!

Berlin halt

Yuti und Marius erwiesen sich an diesem Abend als wunderbare Gastgeber für einen kleinen dAn im berliner Wind. Bei ein paar Schluck Berliner Bier wurde die Abseitsregel erklärt und ästhetische und literarische Skizzen in den Raum und die Zeit geworfen. Ein unerwartet schönes Ende eines Reisetages.

abseits

Samstag hieß philosophische Konferenz Ich - Du - Er,Sie,Es. Die Transzendentalen luden und Fede sprach über Geopoetik. Eine Topologie des "Du." Danach folgte ein weiterer Beitrag, Exkurs ins "Wir." Dank meiner gymnasialen Philosophie recht schlecht ausgerüstet, gruben sich lyrische Zeilen anstelle von interessanten Notizen in meinen Block.

sonneregenautofenster

WIR
SO SAGE ICH
WIR SIND
DIE ANDEREN
DENN IN DER
VIELHEIT
FANDEN WIR UNS
EINSAM
MIT DEM STEINERNEN LÄCHELN DER ERINNERUNG
IN KALTKLARER LEERE
VOR DEM ERSTEN KLANG
DES WÄRMENDEN ECHOS

UND WIR NAHMEN UNS AN
DEN HÄNDEN
UND IM POCHEN
DER JÜNGSTEN TRÄNE
SANGEN WIR
IN CHÖREN MIT
FREMDEN ZUNGEN

DIE STILLE

SANGEN WIR
UND ES SCHMERZTE
ALS DER KLANG
VOM STEIN ZURÜCK SANG
UND DIESE SILBERN GLÄNZENDE KATHEDRALE DER KLANGLOSIGKEIT
LAUT TOSEND
EINBRACH


WIR
SO SAGTE ICH
UND
WUSSTE NICHT

dAn 1700230208 Berlin TU. Philosophische Tagung „Ich – Du – Er, Sie, Es“

berlin_tiergarten

Um die Höhen der transzendentalen Philosphie runterzuspülen zog ich daraufhin noch eine Nacht lang mit dem Honigmädchen um die Häuser und durfte im RAW bei Dancehall, DnB, alternativem Latinosound und Cumbia eine interessante Menschenmischung beim Wackeln betrachten... und ein wenig selberwackeln natürlich mit inbegriffen.

Sonytower Berlin

Berlin stimuliert. Genügend Gegensätze und rauhes Pflaster ohne dabei die Farben zu Grau zu machen. Und damit sei dieses Auswärtsspiel genügend gerechtfertig. 0:0 trennen sich die Städte der Begegnung, das Spiel war äußerst fair und freundschaftlich.

Juedisches-Museum

Zurück in München. Minga is a city, still. Or again? Auf jeden Fall erstaunlich blitzblank, diese selbst deklarierte nördlichste Stadt Italiens...

vespa_italiana

Mittwoch, 20. Februar 2008

Anders betrachtet

Warum lohnt es sich immer, eine Kamera mit sich zu führen? Weil der Blick einfach ein klein wenig wacher ist. Und wenn man es dann noch schafft den schnellen Abzug in den Griff zu bekommen, dann sieht und riecht und spürt man auf jedem Meter weit mehr, als reine Fortbewegung.

hochhausfeld

Beppo sagt Momo, dass es darum geht einen Schritt vor den anderen zu setzen, anstatt an das Ende der Straße zu blicken... doch er vergisst hinzuzufügen, dass zwischen Teer, Randstein, Abfall und Spreu vom letzten Winter immer wieder Poesie blüht. Man muss nur genau hinschauen, dann wird jeder Weg zum Abenteuer.

Schwan am Flaucher im Nachmittagslicht

Die Themen dieses Eintrags ergeben sich von selbst aus den einzelnen Bildern, die am Nachmittag des 19.02.08 ihren Weg in die Digitalität fanden. Das schließt den Schwan nicht mit ein. Zum Schwan fallen mir gerade nur Platitüden ein. Schwan drüber und weiter zu einem weit konfliktiveren Thema: Fleisch. Das "Gammel-" noch nicht einmal vorausgesetzt aber immerhin mitbedacht. Fleisch. Totes Tier auf unserem Teller. Dagegen helfen PETA Videos oder lange Diskussionen. Die hier abgelichtete Leuchtschrift könnte allerdings auch ein patriotisches Selbstbekenntnis manch einer politischen Partei sein?! Also für oder wieder? Oder sind wir einfach nur was wir essen?

suedvieh

Das politische Gegenmittel zeigt allerdings nur, dass in "Rechtschreibung" die falsche Richtung steckt. Na dann bleiben manche lieber linkisch.

antifaheistangriff

Mit "linkisch" im eigentlichen Sinn könnte eine germanistische Interpretation die folgenden Zeilen bedenken, würde die gegenwärtige Sehnsucht nach POP! befriedigt werden wollen. In keinster Weise sind im Horizont einer Analyse eines zeitgenössischen Textes religiöse Symbole erwünscht. Der Elfenbeinturm bleibt atheistisch. Religion bitte in der Analyse unterhalb der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts, danke. Demzutrotz, weil sie die Geschichte zum Sonnenuntergang ist, weil sie diesen Eintrag erst erzwangen, weil mir einfach danach ist, und weil es kein Rückschritt zu den Markenhemden und Koksnasen der Popliteratur, sondern eine kleine Kniebeuge hin zu einer deutschen Lyrik in Zeiten der Islamophobie ist.

am 19. Februar in München


wasser und datteln
hatte sie mitgebracht
aus der heiligen stadt
die wie ein kompass
alle geneigten häupter
im lauf der sonne
fünfmal zu sich ruft

wasser und datteln hatte sie mitgebracht
und ihrem sohn der hinter dem meer
und den schneebedeckten bergen
sein glück versucht
ihrem sohn hatte sie davon gegeben
als wegzehrung und faustpfand
auf dem flug in die ferne

wasser und dattel bekam ich
vom freund aus der roterdigen ferne
und der sonnenuntergang
legte goldrot auf mein gesicht
das im kleinen schluck
und andächtigem kauen
eintrat
hinter die verbotenen mauern

WASSER & DATTEL

ein gebet in der nacht
wasser und datteln
hat Unnambar gebracht
im heiligen schweigen
der weg
ein leuchten entfacht



dAn2033190208 forstenried

Montag, 18. Februar 2008

Details, Details, Details und kein Verkauf

Heute war ja wieder Supersonnenwetter.
supersonnentag
Das habe ich dann auch gemerkt als ein bestimmter kreativer Kopf bei Skype online angezeigt wurde und HAMMER Wetter! als originellen Spruch des Tages neben seinem Namen stehen hatte.
Zaunkreuz
Na dann mal schnell Rollos hoch und rausgeschaut. Tatsächlich!
Als dann von anderer Seite noch erstaunt gefragt wurde, wieso ich denn nicht auf Wildschweinsafari sei, musste ich kurzfristig mein Stubenhockerdasein aufgeben.
baumpilz
Der Wald rief und zwar wie!!
Hineingehen, Luftholen und dann irgendwann, wenn die Sonne geht Wiederkehren... das und noch mehr wollte ich tun und grandiose Bildern sollten dabei entstehen. Die Details verlockten meine Kurzsichtigkeit heute besonders.
Nadelblume
Nun gut. Das klappte so mehr (Luftholen, Ausspannen, Da-Sein) oder weniger ("grandiose" Bilder) und ich war schon auf dem Nachhauseweg als ER doch noch kam... Der Nachschlag am Ende: Es wollte dann doch noch das Wildschwein sein und ich verdammte mich dafür, dass ich mich nach wie vor für kein Zoomobjektiv entschieden habe und dementsprechend nur mit 18-55mm knipste. Daher nur in unscharf und von weit weg: Der Eber am Zaun.
wildschwein
Davor hatte ich ihn einen knappen Kilometer tiefer im Wald aufgeschreckt, als ich zu leise fotografierend durch herrlichen Nutzwald stapfte.
astkleid

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Meine lieben Leserinnen und Leser, werte Augen an diversen...
-dAn- - 18. Jan, 17:03
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Mangels Speicherplatz und Zeit schweigt der Blog...
-dAn- - 23. Okt, 03:25
Zwei Wochen.
Ich fuhr also gen Italien um in meinem Pflichtbewusstsein...
-dAn- - 21. Apr, 11:28
Diarios Mexicanos
[Foto: Knödel] Yesterday was the night. Vernissage...
-dAn- - 6. Apr, 01:29
April, April, der Zweite!
Interessant, was am 92. Tag des Gregorianischen Kalenders...
-dAn- - 2. Apr, 17:43

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