Mittwoch, 20. Februar 2008

Anders betrachtet

Warum lohnt es sich immer, eine Kamera mit sich zu führen? Weil der Blick einfach ein klein wenig wacher ist. Und wenn man es dann noch schafft den schnellen Abzug in den Griff zu bekommen, dann sieht und riecht und spürt man auf jedem Meter weit mehr, als reine Fortbewegung.

hochhausfeld

Beppo sagt Momo, dass es darum geht einen Schritt vor den anderen zu setzen, anstatt an das Ende der Straße zu blicken... doch er vergisst hinzuzufügen, dass zwischen Teer, Randstein, Abfall und Spreu vom letzten Winter immer wieder Poesie blüht. Man muss nur genau hinschauen, dann wird jeder Weg zum Abenteuer.

Schwan am Flaucher im Nachmittagslicht

Die Themen dieses Eintrags ergeben sich von selbst aus den einzelnen Bildern, die am Nachmittag des 19.02.08 ihren Weg in die Digitalität fanden. Das schließt den Schwan nicht mit ein. Zum Schwan fallen mir gerade nur Platitüden ein. Schwan drüber und weiter zu einem weit konfliktiveren Thema: Fleisch. Das "Gammel-" noch nicht einmal vorausgesetzt aber immerhin mitbedacht. Fleisch. Totes Tier auf unserem Teller. Dagegen helfen PETA Videos oder lange Diskussionen. Die hier abgelichtete Leuchtschrift könnte allerdings auch ein patriotisches Selbstbekenntnis manch einer politischen Partei sein?! Also für oder wieder? Oder sind wir einfach nur was wir essen?

suedvieh

Das politische Gegenmittel zeigt allerdings nur, dass in "Rechtschreibung" die falsche Richtung steckt. Na dann bleiben manche lieber linkisch.

antifaheistangriff

Mit "linkisch" im eigentlichen Sinn könnte eine germanistische Interpretation die folgenden Zeilen bedenken, würde die gegenwärtige Sehnsucht nach POP! befriedigt werden wollen. In keinster Weise sind im Horizont einer Analyse eines zeitgenössischen Textes religiöse Symbole erwünscht. Der Elfenbeinturm bleibt atheistisch. Religion bitte in der Analyse unterhalb der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts, danke. Demzutrotz, weil sie die Geschichte zum Sonnenuntergang ist, weil sie diesen Eintrag erst erzwangen, weil mir einfach danach ist, und weil es kein Rückschritt zu den Markenhemden und Koksnasen der Popliteratur, sondern eine kleine Kniebeuge hin zu einer deutschen Lyrik in Zeiten der Islamophobie ist.

am 19. Februar in München


wasser und datteln
hatte sie mitgebracht
aus der heiligen stadt
die wie ein kompass
alle geneigten häupter
im lauf der sonne
fünfmal zu sich ruft

wasser und datteln hatte sie mitgebracht
und ihrem sohn der hinter dem meer
und den schneebedeckten bergen
sein glück versucht
ihrem sohn hatte sie davon gegeben
als wegzehrung und faustpfand
auf dem flug in die ferne

wasser und dattel bekam ich
vom freund aus der roterdigen ferne
und der sonnenuntergang
legte goldrot auf mein gesicht
das im kleinen schluck
und andächtigem kauen
eintrat
hinter die verbotenen mauern

WASSER & DATTEL

ein gebet in der nacht
wasser und datteln
hat Unnambar gebracht
im heiligen schweigen
der weg
ein leuchten entfacht



dAn2033190208 forstenried

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