Auswärtsspiel

Sonntag, 18. Januar 2009

Hier gehts weiter!

Meine lieben Leserinnen und Leser,
werte Augen an diversen Flimmerkisten,

es geht weiter!


Ultental

Dank einiger Bemerkungen und Ermutigungen sehe ich mich nicht in der Lage länger zu warten oder schweigen:

Ich verlinke hiermit ganz einfach zum Blog fürs beginnende 09!

The World is an Island!


Wintersgrüße mit Reif unter den Stiefeln

dAn

Pic-Nic

Freitag, 21. März 2008

Auswärtsspiel und zurück: Meran-München-Berlin-München

ampelspiegelung

Tach.
So. Ich war da und dort und nun bin ich zurück und nichts hat sich geändert.
Aus der Kellerdiskothek in Meran dank Stromausfalls rechtzeitig nach Haus (3:00 am) und ab in den Bus (4:20 am). Meine Sitznachbarin tat mir zwar leid, aber ich schlief mit einer einzigen Unterbrechung von Meran nach München durch. Selten so schnell und komfortabel gereist.

brudermuehl

München zeigte sich bei bester Sonnigkeit und der Abend wartete mit einer Feier der Superlative in meiner ehemaligen WG auf. Sie haben eindeutig bewiesen, dass in diesen Mauern auch heute noch feinste Feste steigen können. Aber rein visuell zeigen wir lieber München auf dem Hinweg:

kirchebeinacht

Am Montag ging es dann auch schon weiter.
Bär Lin!
Vorstellungsgespräch in Potsdam und genügend Zeit um wieder ein wenig einzutauchen in die Stadt des Hauptes. Zuviele Bilder wollten gemacht werden. Wie ich die jetzt unterbringe, das ist mir noch nicht ganz klar. Klare Sicht hat auf jeden Fall das erste Bild:

kameras

Und das zweite verlangts zwar, aber ob das was bringt, das steht auf allen anderen Fenstern fett durchgestrichen.

S-7-Potsdam

Naja. Alles halb so wild: Seit man Bilder umschneiden äh.. ich meine rändern, ändern kann, seitdem ist das doch alles ganz einfach. Ich hätt dann gern den Strich von Miro ohne Strich, danke.

Aenderungsmalerei

Mit dem Nichts hatte auch Putenquark zu kämpfen. Wir zogen bei Sonnenschein und kühler Brise durch Mitte und siehe: Selbst wenn wir schreiben: Es gibt nichts zu lesen.

marius

Also weg mit dem ganzen Datenmüll und den vollgekritzelten Messibüchern, autsch! Tagebücher, Poetenbücher, Kritzelbücher. Diese modernden Hoffnungen auf absolute Berühmtheit. Hoffen auf den Tag wo ein junger Literaturwissenschaftsstudent nichts besseres zu tun hat, als abzugleichen ob die gedruckte Endversion mit der ersten Kritzelei im Notizblock 375 noch was zu tun hat und sich bei jeder Diskrepanz wie ein Tofuschnitzel freut.
Also Mut zum Wegschmeissen, denn selbst das macht in Berlin Spaß. Nein. Poesie.

Corpus-delicti

Aber so, wie irgendwann immer Nacht wird und irgendwie alles ein Ende hat, so war es dann auch mit diesen Auswärtsspielereien.
Eins zu zwei. Meran gibt sich rein Partytechnisch München geschlagen, wenngleich es ein höchst aufregendes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten war.
Drei zu eins. Berlin fegt rein Graffititechnisch und im Sinne der Poesie des Alltags München ganz einfach vom Platz, aber wie Bild Nummer zwei von der Brudermühlbrücke zeigt: Alles ist noch nicht verloren, Potenz und Lineal sind da.

Berlin-bei-Nacht

Zurück. Hoch Zeit! Ich gratuliere auf diesem Weg noch einmal. Die jenigen welchen glücklichen, sie wissen schon. Es war ein nettes Fest. Aber beim Schäuble in Ehren, zeigen tu ich selbst derart gediegene Veranstaltungen nicht, denn heutzutage will ja jeder einen Balken vors Gesicht und eine Entstellung drum herum, wenn man Frau oder andere ins Netz stellen will. Daher bloß ein Detail:

zigarette

Und ein Vorschlag, was man mit Feuer viel besser machen kann, als sich hustreizende Glimmstengel anzuzünden.

firefroese

Dunkelschreiben
Zeilenreiben
Bücher klappen
und geschlossenäugig durch
mondende Landschaften
lenken

Fühlen statt denken


dAn 170308 MUC-Berlin

Donnerstag, 13. März 2008

Auswärtsspiel: Dort wo ich herkomm

Hei! Ma! T!

roetelspitz

Hier windets und es sonnt sich Pflanze, Tier und Mensch während der Wind zerzaust. Frühlingserwachen in allen Ecken: Fellbüschel verliebter Katzen, Knospen, Blüten und zarte Blätter. Man möchte meinen, man müsste auch zu blühen beginnen, aber nein, warten wir, der Bauernkalender, er lässt noch eine Kälte vermuten, die gerade kaum denkbar ist.
Eigentlich schade, denn wenn wir ganz ehrlich sind, dann ist so ein Blühen eine höchst erotische Sache...

bluete

Keine erotische, aber in diesem Fall eine sehr angenehme Sache sind Fensterscheiben. Nachdem ich zuvor vergeblich sich-im-Fenster-spiegelnde-Berggipfel fotografieren wollte, hatte ich die zerfurchende Mehrglasigkeit bereits verdammt, als ich bei einer kleinen Hütte, die ich vor vielen Jahren mit Großvater gebaut und mit Schindeln bedeckt hatte, etwas entdeckte, das ich sonst so nicht fotografieren hätte können. Hier störten die Luftblasen, die Wassertropfen und die Kinderfinger-Handmalfarben, aber nicht sosehr, dass es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre. Zum Dank entließ ich die Fotografierte daraufhin in die windige Freiheit.

Hinterglas

Rage du vivre

Im hämmernden Pochen eines klaustrophobischen Herzens
gegen die zartbesaiteten Wände deines
alternden Seins
bleibt die Zeit eingekerkert und rast
in Sandeseile durch das Nadelöhr
Kamele weiden im Kolosseum
von Löwen und Schlachtschiffen träumend
während den touristischen Fotoapparaten gereicht wird:
Brot und Wasser
Der Wein wird aufgespart
denn es heißt
dass eines Sommers
wenn der Asphalt wieder Dosen schluckt
das Zeitalter der Poeten
unter
Mopedgedröhn, Polizeisirenen und dem Unterführungsgestöhn der
goldenen Schüsse
anbrechen soll und die erfrischende Wirkung
wie gut geschüttelter Prosecco
über den antiken Körper von Roma
sprudeln wird
Ja so heißt es
Keine Paarreime und keine exakten endecasillabi
nein ein Sprudel wird es sein
Keiner wird darauf bereitet sein
auch du nicht vor
Nur irgendein französischer Kritiker wird mit näselnder Stimme reden
von der rage du vivre
während ein Nero seine Schriften verbrennt und schlichtweg betont
So’ proprio figo
Das und viel mehr
eingefangen
im klaustrophobischen Pochen deines furchenden Herzens
Wenn das bloß nicht zuviel wird
früher oder später
Aber froh sein kannst du
eigentlich
dass es Roma ist –
denn bei Napoli wartet Vesuv

Kugelperspektive_rot

Ach und wers gern politisch und englisch leicht blutig hat: Neugedichtet auf http://time4dan.blogspot.com/

Samstag, 8. März 2008

Auswärtsspiel: Dort wo andere Urlaub machen

Dort wo andere Urlaub machen, da komm ich her und da bin ich hin, um nach 27 Jahren auf die selbe Erde zu treten, den selben Geruch von frischer Erde und erstem Frühling zu riechen.
Zurück zu Wurzeln im gegenständlichen Sinn. Aber sagen wir das doch besser so:

knospe

Mit dem abendlichen
Geruch von Heimat
in mittelalterlicher Nase
war das Rauchen ein Genuss
Noch glänzte das Schloss
auf dem Hügel am linken Hang
des Talkessels zu Meran
im Feuerschein
und all das dunkelnde Getier
war aus seinen Löchern gekrochen
Das sanfte Lüftchen erzählte
von feuchter Erde und
Holz im ersten Frühling
Hauch der grünen Knospen
im Sonnenschein brechend
all hochgereckt
in das unendlich
greifbare Blau
Doch nun lag das sterndeckerne
Dunkel der Nacht
in Stille
rhythmisch gebrochen
vom Atemgeknister
über Stadt Land und Haupt
Der Fluss schob sich
tropfenverloren gen Venedig
und auch dem Wind
war keine Bleibe
Er aber suchte Ruhe
und feucht glänzten die Lippen
der Versuchung
im warmen Streu
der einfachen Stätte

dAn 2104060308 Algund

schlundenstein

Zu Mittelalter: Der famose Brückenkopf zu Algund, wie alt ist er wirklich? Und wie kommt man dazu, einen alten Römerweg aus feinstens gelegten Steinen zu zerstören und grobes Handwerk des einundzwanzigsten Jahrhundert drüber zu legen? Ja ist denn all unsere Geschichte nur eine Müllablagerung, solange sie nicht in die richtige Propapopapopaganda passt?

muellablagern

Zu Frühling: Es knospt und blüht, aber irgendwie scheint es, als sei es eines dieser langsamen und gequälten Aufwachen... jenes Aufwachen, das eigentlich schon vorbei ist, das Aufstehen aber noch lang nicht... wenn man sich schon dreimal im Bett rumgewälzt hat. Der Frühling erwacht dieses Jahr nicht schlagartig und mit voller Kraft, sondern eben anders und so. Ein Kreuz ist das, mit dieser Klimaveränderung.
Nur der am Kreuz hängt WInter wie Sommer wie Herbst und auch jetzt schön brav draussen und bleibt Blitzableiter.

kreuz

Desweiteren wenig Neuigkeiten: Die Welt ist weiter rundlich und auch die Sonne nimmt noch nicht ab. Beide sind bei den Gewichtwachern (ich verzichte hier auf den Originalnamen, Geld krieg ich im Gegensatz zu manchen Moderatorinnen ja auch keins) und sagen, dass sie sich nicht mehr so toll fühlen. Fotografiert man auf die selbe Weise, wenngleich gespiegelt, so machen die Dimensionen neuen Sinn und das Gewicht wird einerlei.

Kugelperspektive

Ich gehe. Die Worte bleiben.
Wir senden Bergluft aus Südtirol.

Montag, 25. Februar 2008

AUSWÄRTSSPIEL

Ast

Erstes Auswärtsspiel. 0:0 für Berlin?

Autobahnschild-Berlin

Das bedeutete Freitag früh mit dem italienischen Dichter und Denker Federico Italiano München zu verlassen. Minga is now just another dot on any map.

Federico-Italiano

Schnurrende Fahrt auf der berühmten teutschen Autobahn mit einer Stelle aus Zé do Rocks fom WInde ferfeelt im Kopf. Da ich sie nicht finde und ultradoitsch eine harte Sprache ist , hier der Versuch zu erinnern. Japaner steigen ins Taxi des Schreibenden ein (von irgendwas müssen Autoren schließlich leben) und verlangen Autobahn. Als dann irgendwann geklärt war, dass es egal sei welche Autobahn, wurde ein paar Stunden lang Gas gegeben. So schnell dein Wagen kann. Das gefällt manchen anscheinend besser als die städtischen Lustzonen. Wir fuhren stattdessen schön ökologisch und ökonomisch, und es bleibt die Frage, was dir Geschwindigkeit wert ist.

Berlin

In der Berliner Staatsbibliothek ereilte mich kurz nach Ankunft ein äußerst positives und nettes inoffizielles Vorstellungsgespräch. An der Potsdamer Universität wird in den Augen karibischer Insulaner äußerst interessantes erforscht. Und vielleicht... man weiß es noch nicht.
Berlin hat auf jeden Fall gut getan. Zum ersten mal, dass ich die deutsche Hauptstadt besuche, nachdem ich die mexikanische kennengelernt habe... und wie bei allen Metropolen: sie ist überschaubar im Verhältnis, auch wenn der Potsdamer Platz mit Blüten der postmodernen Welt aufwartete, die vielleicht eher im phantastischen Roman vermutet werden. Schlittenhunde, die auf die Kreuzung zulaufen sollen... ist das nicht tierlieb!

Berlin halt

Yuti und Marius erwiesen sich an diesem Abend als wunderbare Gastgeber für einen kleinen dAn im berliner Wind. Bei ein paar Schluck Berliner Bier wurde die Abseitsregel erklärt und ästhetische und literarische Skizzen in den Raum und die Zeit geworfen. Ein unerwartet schönes Ende eines Reisetages.

abseits

Samstag hieß philosophische Konferenz Ich - Du - Er,Sie,Es. Die Transzendentalen luden und Fede sprach über Geopoetik. Eine Topologie des "Du." Danach folgte ein weiterer Beitrag, Exkurs ins "Wir." Dank meiner gymnasialen Philosophie recht schlecht ausgerüstet, gruben sich lyrische Zeilen anstelle von interessanten Notizen in meinen Block.

sonneregenautofenster

WIR
SO SAGE ICH
WIR SIND
DIE ANDEREN
DENN IN DER
VIELHEIT
FANDEN WIR UNS
EINSAM
MIT DEM STEINERNEN LÄCHELN DER ERINNERUNG
IN KALTKLARER LEERE
VOR DEM ERSTEN KLANG
DES WÄRMENDEN ECHOS

UND WIR NAHMEN UNS AN
DEN HÄNDEN
UND IM POCHEN
DER JÜNGSTEN TRÄNE
SANGEN WIR
IN CHÖREN MIT
FREMDEN ZUNGEN

DIE STILLE

SANGEN WIR
UND ES SCHMERZTE
ALS DER KLANG
VOM STEIN ZURÜCK SANG
UND DIESE SILBERN GLÄNZENDE KATHEDRALE DER KLANGLOSIGKEIT
LAUT TOSEND
EINBRACH


WIR
SO SAGTE ICH
UND
WUSSTE NICHT

dAn 1700230208 Berlin TU. Philosophische Tagung „Ich – Du – Er, Sie, Es“

berlin_tiergarten

Um die Höhen der transzendentalen Philosphie runterzuspülen zog ich daraufhin noch eine Nacht lang mit dem Honigmädchen um die Häuser und durfte im RAW bei Dancehall, DnB, alternativem Latinosound und Cumbia eine interessante Menschenmischung beim Wackeln betrachten... und ein wenig selberwackeln natürlich mit inbegriffen.

Sonytower Berlin

Berlin stimuliert. Genügend Gegensätze und rauhes Pflaster ohne dabei die Farben zu Grau zu machen. Und damit sei dieses Auswärtsspiel genügend gerechtfertig. 0:0 trennen sich die Städte der Begegnung, das Spiel war äußerst fair und freundschaftlich.

Juedisches-Museum

Zurück in München. Minga is a city, still. Or again? Auf jeden Fall erstaunlich blitzblank, diese selbst deklarierte nördlichste Stadt Italiens...

vespa_italiana

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