AUSWÄRTSSPIEL

Erstes Auswärtsspiel. 0:0 für Berlin?

Das bedeutete Freitag früh mit dem italienischen Dichter und Denker Federico Italiano München zu verlassen. Minga is now just another dot on any map.

Schnurrende Fahrt auf der berühmten teutschen Autobahn mit einer Stelle aus Zé do Rocks fom WInde ferfeelt im Kopf. Da ich sie nicht finde und ultradoitsch eine harte Sprache ist , hier der Versuch zu erinnern. Japaner steigen ins Taxi des Schreibenden ein (von irgendwas müssen Autoren schließlich leben) und verlangen Autobahn. Als dann irgendwann geklärt war, dass es egal sei welche Autobahn, wurde ein paar Stunden lang Gas gegeben. So schnell dein Wagen kann. Das gefällt manchen anscheinend besser als die städtischen Lustzonen. Wir fuhren stattdessen schön ökologisch und ökonomisch, und es bleibt die Frage, was dir Geschwindigkeit wert ist.

In der Berliner Staatsbibliothek ereilte mich kurz nach Ankunft ein äußerst positives und nettes inoffizielles Vorstellungsgespräch. An der Potsdamer Universität wird in den Augen karibischer Insulaner äußerst interessantes erforscht. Und vielleicht... man weiß es noch nicht.
Berlin hat auf jeden Fall gut getan. Zum ersten mal, dass ich die deutsche Hauptstadt besuche, nachdem ich die mexikanische kennengelernt habe... und wie bei allen Metropolen: sie ist überschaubar im Verhältnis, auch wenn der Potsdamer Platz mit Blüten der postmodernen Welt aufwartete, die vielleicht eher im phantastischen Roman vermutet werden. Schlittenhunde, die auf die Kreuzung zulaufen sollen... ist das nicht tierlieb!

Yuti und Marius erwiesen sich an diesem Abend als wunderbare Gastgeber für einen kleinen dAn im berliner Wind. Bei ein paar Schluck Berliner Bier wurde die Abseitsregel erklärt und ästhetische und literarische Skizzen in den Raum und die Zeit geworfen. Ein unerwartet schönes Ende eines Reisetages.

Samstag hieß philosophische Konferenz Ich - Du - Er,Sie,Es. Die Transzendentalen luden und Fede sprach über Geopoetik. Eine Topologie des "Du." Danach folgte ein weiterer Beitrag, Exkurs ins "Wir." Dank meiner gymnasialen Philosophie recht schlecht ausgerüstet, gruben sich lyrische Zeilen anstelle von interessanten Notizen in meinen Block.

WIR
SO SAGE ICH
WIR SIND
DIE ANDEREN
DENN IN DER
VIELHEIT
FANDEN WIR UNS
EINSAM
MIT DEM STEINERNEN LÄCHELN DER ERINNERUNG
IN KALTKLARER LEERE
VOR DEM ERSTEN KLANG
DES WÄRMENDEN ECHOS
UND WIR NAHMEN UNS AN
DEN HÄNDEN
UND IM POCHEN
DER JÜNGSTEN TRÄNE
SANGEN WIR
IN CHÖREN MIT
FREMDEN ZUNGEN
DIE STILLE
SANGEN WIR
UND ES SCHMERZTE
ALS DER KLANG
VOM STEIN ZURÜCK SANG
UND DIESE SILBERN GLÄNZENDE KATHEDRALE DER KLANGLOSIGKEIT
LAUT TOSEND
EINBRACH
WIR
SO SAGTE ICH
UND
WUSSTE NICHT
dAn 1700230208 Berlin TU. Philosophische Tagung „Ich – Du – Er, Sie, Es“

Um die Höhen der transzendentalen Philosphie runterzuspülen zog ich daraufhin noch eine Nacht lang mit dem Honigmädchen um die Häuser und durfte im RAW bei Dancehall, DnB, alternativem Latinosound und Cumbia eine interessante Menschenmischung beim Wackeln betrachten... und ein wenig selberwackeln natürlich mit inbegriffen.

Berlin stimuliert. Genügend Gegensätze und rauhes Pflaster ohne dabei die Farben zu Grau zu machen. Und damit sei dieses Auswärtsspiel genügend gerechtfertig. 0:0 trennen sich die Städte der Begegnung, das Spiel war äußerst fair und freundschaftlich.

Zurück in München. Minga is a city, still. Or again? Auf jeden Fall erstaunlich blitzblank, diese selbst deklarierte nördlichste Stadt Italiens...

-dAn- - 25. Feb, 17:10














