Eintrag ohne Recht
Samstag abend zu Hause. Dies ist das einzige, was diesen Eintrag rechtfertigt. Wir haben Bilder und wir haben vielleicht auch Geschichten. Die Bilder: Ein Fernseher auf Münchner Boden. Zugegeben, ein besonderer. Das erste Frühlingserwachen nach einem imaginierten Winter, just an dem Tag, an dem Emma uns davonblasen wollte. Hat sie nicht geschafft, und auf den Bildern sieht es wie ein prächtiger blauweißer Bayerntag aus. Weil morgen gewählt wird: Das Münchner Kindl. Oder ist es das etwa gar nicht? Egal. Suchen wir die Lücke und schließen wir sie mit Mark und einem T-Stück!

Die Geschichten: Ich habe mir heute meine online Präsenz zu Gemüte geführt und möchte auf zwei Texte auf der Jetzt.de Seite verweisen. Nach längerer Zeit neu gelesen fand ich sie nach wie vor passend. Aber hier bei MINGA IS A CITY natürlich etwas tippfrisches in einer etwas dunklen Tinte verfasst.

Aufgebrochen kleines du mit dem dünnen Regenmäntelchen in froschgrün
1925290208 Forstenried
Aufgebrochen Kleines
der Fluten Reißen hast du nicht bedacht
den Zug der Tiefe hast bloß du belacht
Aufgebrochen
kleines du
liegst nun einsam und verlassen
auf dem thronend grauen Felsen
um dir tosend schwarzen Massen
und kein Held kann dir noch helfen
Kein Klaus der Fisch
der dich aus Tiefen zieht
wie golden glänzend Ring
auf windig Sonnenschein
Kein Walbein
und auch keine Tiefseewesen
die dich rauschend ziehend riefen
Bloß dies ölig schäumend Wasser
und Gestank vom bittren Ende
in der feuchten Hundenacht
Diesem kriechend kalten Dunkel
in dem kein Zug zum Atmen bleibt
Von strotzend rostig Brücke
bist gesprungen
aufgebrochen
Kleines
du

Ums Haus heult Emma oder wie auch immer das Lüftchen heute heißen mag. Fahrradfahren ist bei diesem Wetter eine anstrengende Angelegenheit. Dennoch hat sich die heutige Münchenfahrt gelohnt. Frühlingserwachen am Boden und ein Stück Poesie in der Namensgebung eines kleinen Lokals. Einer Eckkneipe mit echtem Namen, einem Stück abgekapselter Welt, die mit einem geschäftigen Grinsen das städtische Treiben kommentiert.

Ist eine Kneipe bloß eine Marktlücke? Könnte es sein, dass wir uns manchmal auf diesem Tiefpunkt menschlicher Hörigkeit einfinden und die uns liebsten Freizeitbeschäftigungen mit Preisschildchen versehen? Dass wir zu grauen Männern werden und die Blume der Zeit in unserer Hetze nach Wirtschaftlichkeit schön langsam welken lassen? Nokia dankt und alle anderen ebenso.

Bleibt zum Schutz das naive Münchner Kindl mit dem Stinkefinger im Schatten und die Ansage, dass morgen gewählt wird. Und zwar die Farben der demokratischen Hoffnung.

Die Geschichten: Ich habe mir heute meine online Präsenz zu Gemüte geführt und möchte auf zwei Texte auf der Jetzt.de Seite verweisen. Nach längerer Zeit neu gelesen fand ich sie nach wie vor passend. Aber hier bei MINGA IS A CITY natürlich etwas tippfrisches in einer etwas dunklen Tinte verfasst.

Aufgebrochen kleines du mit dem dünnen Regenmäntelchen in froschgrün
1925290208 Forstenried
Aufgebrochen Kleines
der Fluten Reißen hast du nicht bedacht
den Zug der Tiefe hast bloß du belacht
Aufgebrochen
kleines du
liegst nun einsam und verlassen
auf dem thronend grauen Felsen
um dir tosend schwarzen Massen
und kein Held kann dir noch helfen
Kein Klaus der Fisch
der dich aus Tiefen zieht
wie golden glänzend Ring
auf windig Sonnenschein
Kein Walbein
und auch keine Tiefseewesen
die dich rauschend ziehend riefen
Bloß dies ölig schäumend Wasser
und Gestank vom bittren Ende
in der feuchten Hundenacht
Diesem kriechend kalten Dunkel
in dem kein Zug zum Atmen bleibt
Von strotzend rostig Brücke
bist gesprungen
aufgebrochen
Kleines
du

Ums Haus heult Emma oder wie auch immer das Lüftchen heute heißen mag. Fahrradfahren ist bei diesem Wetter eine anstrengende Angelegenheit. Dennoch hat sich die heutige Münchenfahrt gelohnt. Frühlingserwachen am Boden und ein Stück Poesie in der Namensgebung eines kleinen Lokals. Einer Eckkneipe mit echtem Namen, einem Stück abgekapselter Welt, die mit einem geschäftigen Grinsen das städtische Treiben kommentiert.

Ist eine Kneipe bloß eine Marktlücke? Könnte es sein, dass wir uns manchmal auf diesem Tiefpunkt menschlicher Hörigkeit einfinden und die uns liebsten Freizeitbeschäftigungen mit Preisschildchen versehen? Dass wir zu grauen Männern werden und die Blume der Zeit in unserer Hetze nach Wirtschaftlichkeit schön langsam welken lassen? Nokia dankt und alle anderen ebenso.

Bleibt zum Schutz das naive Münchner Kindl mit dem Stinkefinger im Schatten und die Ansage, dass morgen gewählt wird. Und zwar die Farben der demokratischen Hoffnung.
-dAn- - 1. Mär, 22:57














