Montag, 3. März 2008

Mooootag

Eine Text über Montale und Celan haben meine lyrische Ader wieder mal zum Lass(en) verurteilt... das könnten englisch parkende Bänke zwar an und für sich auch, aber mein gemeinsamer Weg ist heute nicht derjenige welchen die noch Unbekannten mit den Gravuren gehen. Es geht aber dennoch um den Versuch sich einzugravieren. Nein, nicht um das poetische Anschreiben gegen den Tod und das Vergessen. Es drehen sich Andere.

Bildetiketten

Herrscher sein


dAn 2340020308 Forstenried


Herrscher sein
über eine Insel bloß
so dacht er sich
als das erste Sonnenlicht
vom Badezimmerspiegel wich
und das hässliche Fahlblau
der Neonröhre
ein verwischtes Gesicht
in den halbblinden Spiegel brannte


Herrscher sein
über einen Hund bloß
so sagte er sich
als er die Nase an die beschlagene
Scheibe der Tierhandlung strich
und sogleich von Wächtern weggewischt
durch den letzten Winter schritt


Herrscher sein
über ein Gefährt allein
sprach er zu sich
und trat vor rollend Rollstuhl voll Anerkennung im Gesicht
zur Seite
bloß um seinen Fuß in Kot zu wissen
bei grellspatzend Sonnenlicht


Herrscher sein
über mich allein
so fluchte er
und der Horizont hinter Städtchenklein
begann sich zu biegen – wurd schwer
Ja aus den Legebatterien – dem Menschenmeer
flogen fahlblaue Eier mal hin mal her


Herrscher sein
über mich allein
juchzte er freudenspuckend
in den Tag hinein
so ganz allein
mein


Herrscher sein!
Und die Welt hatte nichts mehr zu sagen
sie ließ es also Abend werden
bis die Sterne es dann wagten
ganz stumm
zu blinken
von jenem irrig Herrscher sein
für sich allein

Die Reissende in Brav und Grau

Und nun ganz Anders: Schon seit Jahren versuche ich möglichst keine T-Shirts mit großen Labels mehr zu kaufen. Jaja, das war nicht immer so, auch ich war mal Werbetafel für Chiemsee und Konsorten. Doch seit einiger Zeit schon ganz und gar nicht mehr. Mir ist da dann der selbstgestrickte Pulli lieber, und das, obwohl ich keinen einzigen hab. Das Unbehagen erwuchs aus einer verdrehten ökonomischen Verbindung. Der Konsu Ment bezahlt ein Produkt teurer als nötig, weil der Herr Steller sich ein besonders großes Logo seines Namens ausgedacht hat. Nein, da spiel ich nicht mehr mit, da müssen die Herren Steller mich schon bezahlen und nicht ich ihren Helikopter. Stattdessen hab ich lieber Eigenwerbung aufm Arsch. Vielleicht zu klein im Bild und nicht ganz leicht lesbar aber den Lesern von MINGA IS A CITY sowieso schon klar: danwillschreiben.de

Partyfotografen, so ist es richtig, immer schön von hinten!

Tja, und dass dieses Eigenwerben schon schnelle Früchte trug, das wurde mir heute zugesandt und hiermit auch hierherverbannt. Unbekannterweise danke ich dem Fotografen (nickname "SelfishPrick"??!) von eraffe München für die Ablichtung auf dem wundervoll rauschenden Fest im Haus 45 im amerikanischen Stützpunkt... äh, ehemaligen... oder warten wir kurz und sagen zukünftig/wieder errichtet? His Tory reaps itself.

ubahnradln

Alle weiteren Fotos wie immer von und selten mit mir.

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